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up… up… split… up…

Sie kennen diese Zeichenfolge? Die Murphys universellem Gesetz folgend genau dann Ihren Empfänger zustopft, wenn sich Ihr Gehör gerade an das leise Signal aus Gegenden gewöhnt hat, wo die Rufzeichen mit KH oder VP beginnen? Glauben Sie mir, Murphy war ein Optimist.

Ich bin nach einer Pause von fast zwei Dekaden wieder auf die Kurzwelle zurückgekehrt. Mich interessiert DX und ich versuche mit moderaten Mitteln, etwa 25 W in Telegrafie und resonanten Dipolen, weit entfernte DX-Stationen zu arbeiten. Das gelingt nicht auf Anhieb, es erfordert Hören (!) und Geduld. Dadurch bekommt man leider auch mit, was sich auf den Bändern so abspielt – aber das hat mich dann doch heftig verschreckt!

Ich meine nicht die gezielten Störungen auf den Frequenzen von FT5GA oder K4M, so etwas hat es schon vor 30 Jahren gegeben. Ich meine die unsägliche Arroganz, mit der sich selbst ernannte Top-DXer, auch deutsche, auf den Bändern benehmen und auf dem DX-Cluster ausbreiten.

Da wird dem DXpeditionsleiter in einem Forum die Antennenausrüstung vorgeschrieben… Originalton: „Die G5RV ist Mist und ein Spiderbeam sollte durch ein phased Array ersetzt werden.“ Da wird den DXpeditionsmitgliedern „Holiday-Mentalität“ vorgeworfen, weil sie um Verständnis bitten, wenn sie auch einmal etwas essen oder Antennen reparieren möchten. Da werden ultimativ und rüde bestimmte Modi und Frequenzen gefordert. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, wobei ich nur von Ergüssen deutscher Funkamateure rede.

Viel schlimmer ist für mich die sich einbürgernde Betriebstechnik, speziell mancher so genannter „Top Guns“. Hier sind einige Dinge, die das DXen an sich wohl immer unpopulärer machen: Die Brutalität, mit der sich solche Zeitgenossen Gehör verschaffen. Ohne hereinzuhören einfach erst einmal den Papagei auf Dauerfeuer stellen. Das eigene Rufzeichen mindestens dreimal hintereinander geben und weitermachen, obwohl die DX-Station schon längst antwortet. Voll-BK? Hab ich stillgelegt, sonst würde ich ja die Antwort der DX-Station hören, bevor ich ausgeredet habe. Bei Simplex-Betrieb so lange dazwischen zu brüllen, bis die DX-Station entnervt den Dauerrufer annimmt, um bald danach gestresst aufzuhören. Kommentar eines solchen „Top DXers“: „Hätte er Split-Betrieb machen sollen…“

Und um auf die Überschrift zurückzukommen. Jeder tappt auch mal daneben. Aber muss daraus gleich eine Lawine von Zurechtweisungen und/oder Beschimpfungen werden, die manchmal jeden weiteren Betrieb unmöglich macht?

Was mich neben den selbst ernannten „Air Marshalls“ jedoch am meisten ärgert, ist das erwähnte brutale Dauerrufen, um dann bei Aufnahme ins QSO erst das Rufzeichen zu erfragen und dann noch dreimal nachzufragen (CW anno 2009). Ich bin da ganz ehrlich: Wenn solche Verhaltensweisen einen Top-DXer auszeichnen, möchte ich nie einer werden.

FT5GA und TX5SPA habe ich mit Geduld zumindest auf einem Band gearbeitet. T6YA gelang mir wegen der beschriebenen Betriebstechnik diverser Europäer nicht. Der OP hat viermal (!) mein Teilrufzeichen DK5D? gesendet, aber das interessierte die anderen gar nicht. Schade.

Heilungschancen? Sehe ich nicht. Abgesehen davon, daran zu appellieren, dass unser Hobby nur mit sozialem Verhalten seitens aller Interessengruppen funktioniert. DX-Cluster abschalten? Der ist nur ein Werkzeug. Im angelsächsischen Raum gibt es ein Sprichwort „A tool can be used or abused“ – auf Deutsch: „Gebrauch und Missbrauch liegen nahe beieinander.“ Man müsste doch nur die Regeln 17 bis 19 der Empfehlungen für DX-Pile-Ups vom bekannten DX-Editor Carl Smith, N4AA (siehe Download-Bereich auf der FA-Website), beachten.

Gute Besserung wünscht

Peter Glasmacher, DK5DC, AA6HM

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